Melanie

Seit ich mich erinnern kann, lebe ich mit dem Gefühl „anders“ zu sein als die allermeisten Menschen in meinem Umfeld.  Dieses Gefühl resultiert zum einen aus der eigenen Wahrnehmung sowie den immer wiederkehrenden Bemerkungen meiner Mitmenschen, sei es privat oder beruflich, die sinngemäß sagen „Du bist seltsam“. Diese Aussagen verletzten mich immer wieder und lassen mich an mir zweifeln. Zu gerne würde ich meine Empfindungen und Wahrnehmungen reduzieren und die Komplexität meines Fühlens und Denkens abstellen, aber es funktioniert nicht.

Wenn es darum geht, eine Entscheidung zu treffen, wünsche ich mir immer einen Zustand: „Kopf“ und „Bauch“ sprechen eine Sprache, denken und fühlen also das Gleiche. Wenn „Kopf“ und „Bauch“ hingegen nicht eine Sprache sprechen, fällt es mir schwer eine Entscheidung zu treffen. Keine Alternative fühlt sich richtig und gut an. Aussagen von Freunden oder der Familie wie „Du musst doch NUR…“ „Du machst es aber auch kompliziert…“ stressen und verunsichern mich nicht nur zusätzlich, sie machen mich auch wütend und traurig. Wütend, weil ich mich nicht gesehen und verstanden fühle, traurig, weil ich mich abgewertet fühle. 

Um einen für mich besseren Umgang mit diesem Thema zu bekommen, habe ich mich entschieden eine Therapie zu beginnen. Für mich war dabei die Suche nach einem geeigneten Therapeuten oder einer geeigneten Therapeutin gar nicht so leicht. Mir war es wichtig einen Therapeuten bzw. eine Therapeutin mit Empathie, Verständnis und Kompetenz zu finden, der/die sich zudem mit mir nicht nur ausschließlich die Vergangenheit anschaut, sondern den Fokus auch auf die Gegenwart legt – verbunden mit dem Ziel diese ebenso wie meine Zukunft qualitativ und langfristig besser zu gestalten. Mit Frau Sülzer habe ich hier genau die richtige Therapeutin gefunden. Ich bin total glücklich darüber, dass sie mich bei diesem Prozess (und den daraus gewachsenen anderen Themen 😊) begleitet. Mit ihrer humorvollen Art schafft sie es immer wieder, die Dinge mit einer zuvor nie wahrgenommen Leichtigkeit zu betrachten und mir näher zu bringen.

Auch aktuell stehe ich wieder vor einer Entscheidung: Gebe ich meinen sicheren Job auf, um den Weg in die Selbstständigkeit (ein aus dem Therapieprozess gewachsenes Thema) zu wagen? Noch sprechen „Kopf“ und „Bauch“ nicht eine Sprache. Anders als vor der Therapie ist da aber dieses Vertrauen, dass das irgendwann der Fall sein wird; dass irgendwann der Punkt kommen wird, an dem die komplexen Gefühle und Gedanken einen gemeinsamen Weg einschlagen werden und ich dann die notwendige Selbstsicherheit und Klarheit haben werde, die es braucht, um meine Entscheidung Wirklichkeit werden zu lassen.

Melanie, 41J.

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