Feuerwehrfrau

Ich heiße Ela, bin 45 Jahre alt und habe immer in „helfenden Berufen“ gearbeitet. Ich bin als Einzelkind aufgewachsen mit einer Mutter, die selbständig war und keine Zeit für mich hatte. Materiell war alles da, aber keine Liebe und Zeit für mich.

Verschiedenste Ängste haben mich von Kind an begleitet und sind mit dem Älterwerden immer schlimmer geworden. Alles was ich insbesondere beruflich gemacht habe, war mit einer Angst zu versagen verbunden. Die Angst schlecht ausgebildet zu sein, in Stress-Situationen zu versagen, dadurch meine Kollegen zu gefährden. Als Frau in einem typischen Männerberuf hat es mir damals nicht leichter gemacht. Heute sind Frauen bei Polizei / Feuerwehr doch mehr akzeptiert, weil sich viel mehr trauen, diesen Weg zu gehen. Ich habe über sehr viele Jahre lang versucht, die Angst jeden morgens vor Dienstbeginn herunterzuschlucken. Ich habe sehr viele Dinge getan, die nicht gut für mich waren. Selbstverletzendes Verhalten, mit dem Skalpell in meinen Arm geritzt. Stunden- und tagelang darüber nachgedacht wie dumm ich bin, dass ich nicht gut genug bin. Auch Gedanken an Selbstmord. Ich habe mich nicht getraut, offen und ehrlich mit jemandem über meine Ängste, Sorgen und Nöte zu reden. Ich dachte, mir geht es nicht schlecht genug, als das ich Hilfe wirklich verdient habe.

Es gab für mich eine Schlüsselsituation wo sich alles angefangen hat zu verändern und ich Frau Sülzer über einen Freund kennengelernt habe.

Da wir nicht in der gleichen Stadt wohnen, war ich sehr froh, dass es die Möglichkeit der Online-Therapiestunde für mich gab. Ich bin zu Hause in meinem geschützten Raum, komme nicht gestresst in einer Praxis an. Sondern sitze in meinen Wohlfühlklamotten vor dem Rechner. Die ersten Male bin ich mit dem Auto nach Köln gefahren und war durch den Verkehr und die Parkplatzsuche arg gestresst. Online in einem geschützten Rahmen ist es für mich die beste Methode, meine Therapie fortzuführen.

Ich kenne Frau Sülzer jetzt schon einige Jahre und bin froh dass ich sie kennengelernt habe und wir miteinander arbeiten. In der ersten Zeit war es sehr intensiv mit wöchentlichen Terminen, jetzt einfach nach Bedarf. Ich kann nur für mich sagen, auch wenn es aussichtslos erscheint, es lohnt sich den Weg zu gehen. Früher habe ich viele Ratschläge gelesen, aber nicht verstanden. Erst durch das miteinander Reden kann sich etwas verändern. Es war ein längerer Weg für mich mit Höhen und Tiefen, aber rückblickend war es wahrscheinlich der wichtigste Weg, den ich gegangen bin. Auch habe ich heute immer mal wieder Tage, wo ich in alte Verhaltensmuster zurückfalle und mich meine Angst erstarren lässt. ABER, es fällt mir sofort auf und ich kann dagegen steuern, was von Tag zu Tag besser klappt. Ich kann wirklich nur jedem Menschen den Tipp geben, es lohnt sich, etwas zu verändern und den Weg anzufangen.

Ela, 45J.

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